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Experten-Kompass: Energieeffizienz in der Baupraxis
Home + Aktuell | EnEV-Kalender | Experten-Kompass | 21.08.2012

KfW-Effizienzhaus Denkmal - Fördergeld vom Bund

Mit Zuschüssen und Krediten unterstützt der Staat Eigentümer und Käufer von denkmalgeschützten Häusern und erhaltenswerter Bausubstanz, wenn sie diese energetisch sanieren, erstmals erwerben oder zum Wohnen umnutzen

   

Fördergeld: Zuerst die guten Nachrichten

In einem Baudenkmal zu wohnen hat einen besonderen Charme. Diesen schätzen sowohl Eigentümer als auch Mieter. Doch wenn die Heizkosten in die Höhe schnellen, weil die alten Mauern ungedämmt und die Heizung heillos überaltert sind, überlegt sich manch einer das Haus energetisch zu sanieren. Allerdings hat die Denkmalbehörde oder die Kommune das letzte Wort wenn es darum geht das historisch wertvolle Gemäuer zu verbessern. Ihre Auflagen und die Kosten für einen spezialisierten Sachverständigen können das Budget der Saniererungswilligen weit übertreffen. Damit sie nicht frustriert aufgeben hilft die KfW Bank ihnen seit Anfang April diese Finanzlücke zu schließen. Unter der Motto „Energieeffizient Wohnen im Baudenkmal“ hat sie in den ersten drei Monaten bereits 73 Förderungen erteilt mit einem Volumen von 14,7 Millionen Euro. Im Einzelnen betrachtet umfasst diese Erfolgsbilanz 67 Zusagen für die Sanierung von 286 Wohneinheiten und sechs Förderungen für den Ersterwerb von sechs sanierten Wohneinheiten. Die Nutznießer dieser Finanzspritzen sind meistens Eigentümer von historisch anerkannten Wohnhäusern. Dabei spielt es keine Rolle ob sie selbst darin wohnen oder es vermieten. Auch wer ein saniertes KfW-Effizienzhaus erstmals kauft oder als Mieter darin wohnt kann auf Förderung hoffen. Desgleichen finanziert die KfW auch Contracting Geber und Eigentümer von historisch anerkannten Nichtwohnbauten, die Letzteren wenn sie diese zum Wohnen umnutzen.

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Überblick: Wie hilft Ihnen dieser Beitrag?

Soweit die guten Nachrichten. Doch wer sich kundig machen will und sich auf die Info-Webseiten der KfW begibt wird frustriert feststellen, dass das Fördersegment „KfW-Effizienzhaus Denkmal“ kein eigenständiges Programm sondern Teil von verschiedenen KfW-Fördermöglichkeiten ist. Jeder muss sich die relevanten Informationen mehr oder weniger geduldig „zusammensuchen“. Hier hilft unser Beitrag: Interessierte können sich mit der Tabellen-Übersicht in unserer Broschüre (Anhang 3.02 Übersicht: KfW-Förderung Denkmal Wohn- und Nichtwohnbestand) sich einen Überblick verschaffen und danach die weiteren Informationen per Klick im Internet lesen. Als Einstimmungen beschreibt der Artikel auch einige interessante Aspekte der neuen KfW-Finanzhilfen.

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Baudenkmal oder erhaltenswerte Bausubstanz?

Wer ein Haus unter Denkmalschutz besitzt weiß, dass die Landesbehörde darüber entscheidet welche Altbauten sie als Baudenkmal anerkennt. Auch bestimmt das jeweilige Landesrecht wie der Denkmalschutz bei Sanierung oder Umnutzung greift.
Was ist jedoch eine „sonstige besonders erhaltenswerte Bausubstanz“? Dieser Begriff ist rechtlich nicht so klar definiert. Es könnten auch Gebäude sein, die die Kommune im Rahmen eines Konzeptes zur Stadt- oder Quartiersentwicklung als besonders erhaltenswert ausgewiesen hat oder sie gehören zu einer Gesamtanlage – wie einem Denkmalensemble, Denkmalbereich, Denkmalschutzgebiet oder Denkmalzone. Die KfW hat auf ihren Webseiten auch nützliche Hinweise für Kommunen veröffentlicht mit den Kriterien die dazu führen können, dass ein Altbau den Status einer „besonders erhaltenswerter Bausubstanz“ erhält. Die KfW gewährt den Kommunen auch Finanzhilfen wenn sie integrierte Quartierskonzepte erstellen. Wer einen Altbau sanieren will der als „besonders erhaltenswerte Bausubstanz“ anerkannt ist, muss sich rechtzeitig erkundigen, ob er verbindliche Karten und Pläne oder eine öffentliche Liste als Belege zum KfW-Antrag vorweisen kann.
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Übersicht in Broschüre "Experten-Kompass" Anhang 3.02

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Kostengünstigen KfW-Kredit aufnehmen

Auf welche Beträge können Antragsteller hoffen? Wer einen Kredit anstrebt kann im Programm 151 „Energieeffizient Sanieren – KfW-Effizienzhaus“ bis zu 75 Tausend Euro pro Wohneinheit sowie 2,5 Prozent Tilgungszuschuss erhalten, wenn er das gesamte Haus zum KfW-Standard saniert. Wer jedoch nur einzelne Maßnahmen durchführt, beispielsweise die Außenwände, das Dach oder die Decke dämmt oder die Heizung erneuert, dem gewährt die KfW im Programm 152 „Energieeffizient Sanieren – Einzelmaßnahmen“ höchstens 50 Tausend Euro Kredit pro Wohneinheit. Auch vergibt die KfW in diesem Fall keinen Tilgungszuschuss. Der günstige KfW-Effektivzins betrug am 10. August ein Prozent. Wer einen Antrag stellt kann wählen ob er ein Annuitätendarlehen mit gleichhoch bleibenden Raten aufnimmt oder ein endfälliges Darlehen beantragt. Im letzten Fall begleicht er den Betrag am Ende der Laufzeit und bezahlt und bis dahin nur die fälligen Zinsen. Zehn Jahre lang schreibt die KfW diesen Zins verbindlich fest und verspricht danach eine weitere Finanzierung vorzuschlagen, allerdings zu den dann geltenden Konditionen. Wer einen KfW-Kredit beantragt kann als Laufzeit zwischen vier bis 30 Jahren wählen, dementsprechend variiert auch die tilgungsfreie Anfangszeit zwischen einem bis fünf Jahren. Die Zinsen sind allerdings auch in dieser Zeitspanne fällig.
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Übersicht in Broschüre "Experten-Kompass" Anhang 3.02

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Zuschuss zu den Investitionskosten erhalten

Wer sich lieber eine Finanzspritze wünscht, die er nicht zurückzahlen muss, hat im KfW-Förderprogramm 430 „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ Chancen auf bis zu zehn Prozent der förderfähigen Kosten. Für Baudenkmäler sind dies allerdings höchstens 7,5 Tausend Euro pro Wohneinheit. Diesen Betrag erhält der Antragsteller auf sein Bankkonto überwiesen nachdem ein anerkannter Sachverständiger bestätigt hat, dass die Sanierung erfolgreich abgeschlossen ist. Als förderfähige Kosten erkennt die KfW alle energetischen Maßnahmen an, die dazu führen, dass das sanierte Haus den Effizienz-Standard erfüllt. Dazu gehören auch die Beträge, die der Eigentümer dem beauftragten Energieberater, Planer und Baubegleiter schuldet. Die Beratung durch einen anerkannten Energieberater ist in diesem Fall Pflicht, sonst gewährt die KfW keinen Zuschuss. Die gute Nachricht ist, dass der Antragsteller auch das Förderprogramm 431 „Energieeffizient Sanieren - Baubegleitung“ wahrnehmen kann. Im besten Fall erhält er dadurch zusätzlich vier Tausend Euro ausgezahlt. Allerdings deckt die KfW damit höchstens die Hälfte der Kosten, die der Baubegleiter ihm in Rechnung stellt nachdem er die Sanierung erfolgreich abgeschlossen hat.
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Übersicht in Broschüre "Experten-Kompass" Anhang 3.02

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Anerkannte Sachverständige finden

Wer ein historisches Haus besitzt oder kaufen will sollte zunächst eine Vor-Ort-Beratung durch einen kundigen Energieberater in Betracht ziehen. Auch die KfW empfiehlt eine Erstberatung durch einen BAFA-anerkannten Sachverständigen, der das Haus gründlich analysiert und ein energetisches Sanierungskonzept ausarbeitet. „BAFA“ steht für „Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle“. Dieses bezuschusst seit Jahren die Beratung durch anerkannte Energieberater, aktuell mit 400 Euro für Ein- oder Zweifamilienhäuser und mit 500 Euro für Häuser mit mindestens drei Wohnungen. Einen BAFA-anerkannten Energieberater finden interessierte Althaus-Besitzer in dem Experten-Verzeichnis der Deutschen Energie-Agentur (dena) für die Förderprogramme des Bundes. Wer allerdings mit dem Gedanken spielt auch von der KfW-Fördergelder zu für eine anschließende Sanierung zu beantragen sollte in der dena-Expertenliste auch nach einem anerkannten Sachverständigen für „KfW-Effizienzhaus Denkmal sowie alle Baudenkmale“ suchen, denn nur sie beraten, planen und begleiten die Sanierungsmaßahmen von KfW-geförderten Bauvorhaben. Am 21. August 2012 waren 154 Baudenkmal-Experten im dena-Verzeichnis gelistet. Fachleute, die sich für diese Qualifikation interessieren wenden sich an die Koordinierungsstelle "Energieberater für Baudenkmale". Diese bietet Fortbildungen an und führt auf ihren Webseiten auch eine Liste mit den Sachverständigen, die sie soweit als „Energieberater für Baudenkmale und sonstige besonders erhaltenswerte Bausubstanz“ anerkennt. Experten aus dieser Liste können sich bei der dena ohne weitere Kosten eintragen lassen – allerdings nur für den Bereich „KfW-Effizienzhaus Denkmal“.
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Übersicht in Broschüre "Experten-Kompass" Anhang 3.02

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Förderfähigkeit prüfen und bestätigen

Eine lobenswerte neue Online-Hilfe finden Fachleute nun auf den KfW-Webseiten: Sie heißt zwar „Bestätigung zum Antrag“ eignet sich jedoch auch hervorragend um vorab zu prüfen, ob ein Vorhaben im Rahmen der Förderung „Energieeffizient Sanieren“ oder „Energieeffizient Bauen“ förderfähig ist. Schritt für Schritt fragt das Programm ab auf welches Förderprogramm sich der Antrag bezieht, welches Effizienzhaus der Antragsteller anstrebt, wie groß das Gebäude ist und wie es liegt – beispielsweise freistehend oder einseitig angebaut, wie der Experte den Energie-Nachweis berechnet hat, welche Energiekennwerte er ausgerechnet hat, welche Software er verwendet, usw. Das Programm generiert zum Schluss nicht nur die Bestätigung für den Antragsteller, wenn die gesamten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, sondern reagiert direkt nach jeder Online-Eingabe, wenn diese nicht plausibel, d.h. glaubhaft sind. Anhand der jahrelangen Erfahrung der KfW mit möglichen Fehlern bei den Förderanträgen hat ein Team die Hinweise ausgearbeitet, die dem eingebenden Fachmann helfen „auf der richtigen Spur“ zu bleiben. Die eingegebenen Projekte kann er auch speichern und sie jederzeit wieder abrufen, falls sich im Laufe des Projektes einige Angaben ändern. So muss er am Ende die Bestätigung, die das Online-Tool als Pdf-Datei generiert nur ausdrucken und unterschreiben. Der Antragsteller unterzeichnet auch und reicht das Dokument bei seiner Hausbank oder direkt bei der KfW ein und erhält die gewünschte Finanzspritze.
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Übersicht in Broschüre "Experten-Kompass" Anhang 3.02

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Fazit: Neue Chancen für Eigentümer und Fachleute

Im Baudenkmal energiesparend zu wohnen liegt im Trend. Die neuen KfW-Finanzhilfen eröffnen erfreuliche Chancen sowohl für denkmalgeschützte Wohnhäuser als auch für historisch anerkannte Nichtwohnbauten, wenn man sie energetisch verbessern oder zum Wohnen umnutzen will. Fachleute, die sich auf die Beratung, Planung und Ausführung von energetischen Sanierungen von Baudenkmalen und anerkannten historischen Bauten spezialisieren eröffnet sich ein erhebliches Auftrags-Potential. Wir wünschen ihnen viel Erfolg!
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Übersicht in Broschüre "Experten-Kompass" Anhang 3.02

Melita Tuschinski
Redaktion EnEV-online.de

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Quellen und weitere Informationen:

-> Experten Kompass: Experten für Energieeffizienz

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Melita Tuschinski, Dipl.-Ing. UT Austin, Freie Architektin, Stuttgart